Bin ich Wert-los?

Das war mal wieder ein Tag!

Eddy kommt, wie so oft, mal wieder gefrustet nach Hause. Seine Frau Monia wartet schon mit dem Abendessen. Beide beginnen schweigend zu essen, bis Monia das Schweigen unterbricht: Eddy, nun sind wir schon so lange zusammen und ich bin immer noch so gerne mit Dir zusammen, wie zu Beginn unserer Ehe. Ich liebe Dich, einfach so.

Eddy holt tief Luft, seufzt und schaut seine Monia etwas abwesend an. Er denkt an den heutigen Tag und sein Gespräch mit dem Chef. Mensch, wenn der ihn doch auch einfach mal als Mensch wahrnehmen und sehen würde, wie er sich für die Firma einsetzt. Stattdessen bekommt Eddy im besten Fall ein „nicht schlecht“, eher „das hätte aber besser, schneller, fehlerfreier sein können!

Plötzlich bemerkt er, dass seine Frau ihn schon zum dritten Mal fragte: Eddy? Was ist los mit Dir? Du bist so abwesend! Dann erzählt Eddy von seinem Gespräch mit seinem Chef: Ein Projekt, was viele Risiken hatte, wurde erfolgreich beendet. Eddy hatte viele Überstunden geschoben und jede Menge Aufgaben der Kollegen übernommen, weil die sich überfordert fühlten. Das Projekt kam zu einem guten Ende. Und Eddys Chef hatte nur ein „ganz gut gemacht“ übrig.

Eddy: Weißt du, Monia, es täte mir so gut, wenn mein Chef so wäre wie Du. Wenn er mich einfach mal als Mensch und nicht nur als funktionierendes Rädchen im Getriebe sehen würde. Für ihn zählt nur Leistung, nichts ist jemals gut genug. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte! Ich bin doch mehr als nur Zahlen, Daten und Fakten.

Eddy vermisst in seinem Job einen menschlichen Umgang, der sich nicht nur an Ergebnissen und Leistungen misst. Er möchte auch als Mensch mit seinen Bedürfnissen, Nöten und Ängsten wahrgenommen werden. So, wie es scheint, bekommt Eddy dessen grundlegendes Bedürfnis nach Wahrnehmung und Anerkennung nicht erfüllt. Die Transaktionsanalyse bietet hierfür mit dem Modell der Strokes eine Hilfe, um Eddy die Situation erklären und Wege daraus aufzeigen zu können.

Grundsätzlich gilt für uns als Menschen: Wir benötigen Strokes und erleben es als Mangel, wenn wir keine erhalten!

Streicheleinheiten, Zuwendung (strokes) sind die Anerkennung, die ein Mensch einem anderen für sein Sein, sein So-Sein oder für sein Tun zukommen lässt und sind lebensnotwendig für das Leben eines Menschen. Ohne das, sagte Berne, „wird die Wirbelsäule verkümmern“.

Ein kleines Kind benötigt wirkliche physische Zuwendung, um am Leben zu bleiben. Erwachsene können mit weniger physischer Zuwendung auskommen, da sie ersatzweise lernten, verbale Zuwendung auszutauschen: positive Zuwendung wie Lob oder Ausdruck von Wertschätzung oder negative Zuwendung wie negative Beurteilung oder Heruntermachen. Somit ist der Austausch von Zuwendung eines der wichtigsten Dinge, das Menschen während ihres täglichen Lebens machen.

Was für Eddy sicherlich auch hilfreich in dieser Situation wäre: Einen Blick auf das Thema der Antreiber zu werfen. Vielleicht könnte Eddy mit solchen Situationen zukünftig besser umgehen, wenn er wüsste, dass dessen Chef unter Umständen dem Antreiber sei perfekt! unterliegt und Eddy selbst mit dem Antreiber sei gefällig!

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