Keiner versteht mich

Eddy beklagt sich mal wieder bei seinem Kollegen …

Eddy: Da ginge eigentlich noch mehr. Wir haben unsere Leistungsgrenze noch lange nicht erreicht. Mein Team ist so träge. Ich versuche jeden Tag, zu motivieren, aber das klappt nicht so recht.

Paul: Woran liegt das Deiner Ansicht nach?

Eddy: Die wollen einfach nicht. Die sind zufrieden, wenn die Ergebnisse einigermaßen gut sind. Ich will aber top Ergebnisse! Da muss man halt mal auch eine extra Meile gehen. Von nix kommt nix. Wenn ich denen zum Beispiel beim Telefonieren zuhöre, möchte ich am liebsten das Gespräch selbst führen.

Paul: Das klingt, als ob Du ziemlich unter Druck wärst.

Eddy: Du weißt doch selbst, wie es läuft. Alles muss immer schneller erledigt werden, die Kunden werden auch immer anspruchsvoller. Und wenn ich meine altgedienten Kollegen bei mir im Team sehe, die leben immer noch vom Erfolg von früher und wollen nicht einsehen, dass die Zeiten sich nun mal geändert haben. Die denken, dass es schon irgendwie laufen wird – nur keinen Stress! Wenn ich das schon höre! Wer fragt eigentlich mich nach meinem Stress?

Paul: Ich höre.

Eddy: Mensch, ich habe das Gefühl, ich stehe mit dem Rücken an der Wand. 100 Prozent, das reicht nicht, um den Ansprüchen zu genügen! Wer es zu was bringen will, der muss sich beweisen. Mir sitzt unser Chef im Nacken. Er meint, ich sollte mehr loben, das wäre gut für die Stimmung im Team. Und wer lobt mich? Jetzt will er mich auch noch auf so ein Seminar für Führungskräfte schicken. Wenn ich das schon höre! Als wenn ich da die Zeit dafür hätte bei 100 E-Mails täglich. Jeden Morgen der Erste im Büro und abends der Letzte. Auch am Wochenende bleibt kaum Zeit. Aber so ist es eben. Ohne Fleiß kein Preis!

Ein Mitarbeiter wie Eddy, ungeduldig und getrieben, verhält sich rast- und ruhelos wie ein eingesperrtes Tier im Käfig. Gut ist niemals gut genug. Ihm zu sagen, er solle sich etwas entspannen, Prioritäten setzen, seine Grenzen kennenlernen und sie nicht mehr überschreiten, Dinge ruhiger angehen lassen – alles das würde kaum etwas bewirken. Freddy würde sich (aus seiner Sicht zu Recht) völlig unverstanden fühlen. Gut gemeinte Änderungsversuche am äußeren Verhalten greifen im allgemeinen gar nicht oder zu kurz.

Das Verhalten von Menschen wird zu einem sehr großen Teil von inneren Prozessen und Mustern bestimmt. Menschen verhalten sich zu mehr als 80% unbewusst – entscheiden sich somit in den wenigsten Fällen für ein bewusstes (überlegtes) Verhalten. Der Ursprung dieser Muster ist oft in der Kindheit zu finden. Als Erklärungs-Modell für Freddys Verhalten bietet die Transaktionsanalyse das Modell der Antreiber an.

Hier könnte sich Freddy den Antreiber Sei perfekt mal genauer anschauen und prüfen.

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