Spiele spielen, das macht Spaß (führt aber zu nichts)

Eddy kommt von einer längeren Dienstreise zurück …

… und freut sich auf einen gemütlichen Sonntagnachmittag auf der Sonnenliege, um vom Stress der Woche im Garten zu entspannen: Einfach Mal nichts unternehmen, an nichts denken und nur entspannt daliegen. Eddys Nachbar Joe, der schon seit geraumer Zeit sein Gartenhäuschen reparieren wollte, weil seine Frau darauf drängelt, findet ausgerechnet an diesem Mittag Muse und Zeit, sich der Aufgabe zu widmen.

Sobald der Bohrer mehrere Sekunden und das mehrmals hintereinander brummt und das Hämmern nicht mehr zu ignorieren ist, platzt Eddy der Kragen. Er springt wütend auf, rennt zum Zaun und rüber ruft voller Zorn: „Verdammt nochmal, es ist Sonntag und wir haben noch Mittagsruhe! Hör sofort mit dem Lärm auf!„.

Joe, der sich zwar seiner Schuld bewusst ist, aber sich auch sofort daran erinnert, wie Eddy während der Mittagzeit vor 3 Wochen den Rasen mähte, als er das Fußballspiel im Fernsehen anschauen wollte, reagiert sofort: „Reg Dich bloß nicht so künstlich auf. Du meinst wohl, Dir alles erlauben zu dürfen und den Rasen zu mähen ,wann und wo Du willst! Jetzt bin ich dran! Wenn es Dir nicht passt, dann ruf doch die Polizei!„.

Was ist passiert? Eddy, der sich einfach nur entspannt in seinen Garten legen wollte, hat sich von seiner (egoistischen) Wut überwältigen lassen. Joe, der ihm sowieso ständig  mit dessen „Familiengehabe“ auf die Nerven geht, kam ihm jetzt gerade recht. Transaktionsanalytisch war Eddy wohl im kritischen Eltern-ICH unterwegs, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein. Er hat Joe daraufhin ein „Angebot“ gemacht, in ein psychologisches Spiel einzusteigen. Und Joe, der die Wutanfälle von Eddy bereits gut kennt, ist bereitwillig (und unbewusst) in das Spiel eingestiegen. Damit befanden sich beide im sogenannten Drama-Dreieck. Hätte einer von Beiden dieses „Verfolger-Spiel“ rechtzeitig erkannt, hätten die beiden ins Erwachsenen-ICH wechseln und aus dem Spiel aussteigen können. Eine Möglichkeit, zu reagieren und damit aus dem Spiel auszusteigen, wäre für Eddy zum Beispiel gewesen: „Hey Joe, tut mir leid. Ich habe überreagiert. Bin total gestresst von der Woche. Ich wollte eigentlich nur 1 Stunde mal relaxen. Wäre super, wenn Du vielleicht in 1 Stunde weitermachen könntest und ich gehe Dir dann ein wenig zur Hand. Wäre das ein Deal?„.

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