Sei perfekt!

Typ: Perfektionist

Bedürfnis: Immer Vollkommenes leisten

Positiver Aspekt: Sehr korrekter, genauer Mitmensch, der nach Fehlerlosigkeit strebt

Menschen mit diesem Antreiber stehen unter dem Druck, alles wirklich perfekt zu machen. Sie bemühen sich um Perfektion – und das ohne Rücksicht auf (eigenen oder fremden) Zeitaufwand und Kosten.

Über eine fehlerfreie Leistung erhoffen sie sich die Anerkennung, nach der sie sich sehnen (Strokes). Sie rechtfertigen sich häufig. Gerne erwähnen Sie vorab schon ungefragt Ergänzungen, Kritik und was sonst noch zu erwägen wäre. Zu diesem Verhalten passen ein ernster Blick und eine aufrechte und starre Körperhaltung, die ein angespanntes Körpergefühl vermittelt.

In der Kooperation entsteht beim Gegenüber durch diese Menschen leicht der Eindruck, nicht gut genug zu sein. Oft wird deswegen wenig persönlicher Kontakt, wenig intensive Beziehung und Austausch auf gleicher Augenhöhe erlebt. Einer perfekten Leistung ist nun einmal nichts hinzuzufügen. Stattdessen stellen sich Respekt und Unterordnung, aber auch Widerspruch und Wettbewerb, Relativieren oder Kritisieren ein.

Da Perfektionisten das unbewusste Grundgefühl haben, als Mensch nicht liebenswert zu sein, versuchen sie stattdessen deren Leistung anzubieten: „Da fraglich ist, ob Ihr mich mögt, biete ich eine solche Leistung an, der Ihr die Anerkennung nicht verweigern könnt.“

Perfektionisten, die bei Fehlern ertappt werden, schämen sich. Sie beziehen Fehler nicht auf ihr Verhalten, sondern auf ihre Person. Und dieses Gefühl der Scham (was für Menschen generell ein extrem negatives Gefühl darstellt) wollen sie auf jeden Fall vermeiden.

In Perfektionisten schlummern als hilfreiche Tugenden ihr Sinn für Genauigkeit, Qualität und ihr Streben nach Fehlerlosigkeit und Vollkommenheit. Sie sind in der Regel gut organisiert und können leicht komplexe Zusammenhänge durchschauen und beherrschen.

Aber, was tun, wenn der Antreiber zu sehr antreibt? Ist man dem Antreiber dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert? Nein – wir dürfen uns dann die Erlaubnis zusprechen (lassen), im Sinne der Autonomie zu denken, zu fühlen und zu handeln.

TA