Streng Dich an!

Typ: Selbst-Ausbeuter, jemand, der ständig überfordert

Bedürfnis: Nie und nimmer aufgeben, Aufgaben beständig verfolgen

Positiver Aspekt: Durchalten mit großem Beharrungsvermögen, sehr gründlich und ausdauernd

Wer sich derart anstrengt, zeichnet sich durch Pflichtbewusst-Sein, Fleiß und Einsatz aus. Er steht unter großem Leistungsdruck.

Quantität geht dabei in der Regel vor Qualität. Erfolge, die nicht auf Anstrengungen gründen, taugen in der Regel auch nichts. „Was leicht von der Hand geht, ist verdächtig“, „Von nichts kommt nichts“. Der Betroffene ist ständig bemüht und erwartet dies auch von anderen. Wenn etwas nicht klappt, strengt er sich noch mehr an. Entspanntes Genießen, auch nach Erfolgen, ist nicht vorgesehen. Auch nicht das Leisten mit Freude. Ständig fühlt sich der Betroffene von ernsten Problemen, Schwierigkeiten oder Krisen bedroht. Er lebt in andauernder Angst, dass andere besser sein könnten, und versucht, dem durch noch mehr Anstrengung entgegenzuwirken.

Mögliche Hinweise sind verwendete Worte wie Ich müsste es versuchen“, „Das ist wirklich sehr schwer!“, Wenn ich mir Mühe gebe…“. Dazu passt eine angespannte Körperhaltung, z.B. geballte Fäuste, vorn auf dem Stuhl sitzen, Stirnrunzeln, verspannte Muskeln am Hals und im Kehlkopfbereich, sodass die Stimme etwas belegt und gequält klingt. Das wirkt oft unfrei, als müsse er gegen inneren Druck ankämpfen und sich zu jedem Wort neu zwingen.

Menschen mit dem Streng-dich-an-Antreiber wählen häufig den anstrengendsten Lösungsweg. Improvisation fällt Ihnen schwer. Sie erwarten das gleiche Vorgehen auch von anderen.

Aus der ständigen Sorge, es nicht zu schaffen, entsteht die generelle Idee „Ich schaffe es, wenn ich mich mehr oder zumindest viel anstrenge!“ Zweifel an der eigenen Fähigkeit führen zu: Ich strenge mich an, also bin ich. Zu Anfang können solche Menschen sehr aktiv sein. Doch mit der Zeit wird vieles dann anstrengend, mühselig. Menschen mit dem Streng-dich-an-Antreiber fangen gleich mit der Arbeit an, auch wenn der Boden noch gefroren ist. Das warten auf die Frühlingssonne wäre Verrat.

Streng-dich-an-Menschen haben ein beachtliches Durchhalte- und Beharrungsvermögen und können so mit Beharrlichkeit über längere Zeit für wichtige Dinge sorgen. Sie verfolgen Aufgaben mit Beständigkeit und haben den nötigen Sinn für Gründlichkeit und Ausdauer. Sie stehen für Nachhaltigkeit dort, wo sie gebraucht wird.

Aber, was tun, wenn der Antreiber zu sehr antreibt? Ist man dem Antreiber dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert? Nein – wir dürfen uns dann die Erlaubnis zusprechen (lassen), im Sinne der Autonomie zu denken, zu fühlen und zu handeln.

 

TA