Bezugsrahmen

Der Begriff Bezugsrahmen bezeichnet – sehr vereinfacht gesagt – die Sichtweise von sich selbst, den anderen und der Welt. Der Begriff wurde durch Jacqui Lee Schiff und ihren Mitarbeitern geprägt und kann heute schon fast als klassischer Begriff in der Transaktionsanalyse gelten.

Der Bezugsrahmen gehört zu den Konzepten der Wirklichkeitskonstruktion (wird später noch genauer erklärt) und bezeichnet aus dieser Perspektive nichts anderes als den Rahmen, den sich ein Mensch bewusst oder auch unbewusst gegeben hat, um sich ein bzw. sein Bild von der Wirklichkeit zu machen und sich darin zu organisieren.

Der Bezugsrahmen bestimmt die Welt, in welcher wir leben. Wenn zum Beispiel jemand betroffen sagt: Darauf wäre ich nie gekommen! oder Unter diesem Blickwinkel habe ich meine Situation noch nie gesehen!, so hat er seinen bisherigen Bezugsrahmen in Frage gestellt und kann diesen, wenn er sich mit dieser anderen Sichtweise auseinandersetzt, sogar bis ins hohe Alter erweitern. Ist das nicht toll?

Übrigens: Eine wichtige Voraussetzung für gelingende Verständigung und Kommunikation ist, dass der Bezugsrahmen, oder wenigstens Teile von ihm, von den Beteiligten geteilt werden, z.B. der Kulturraum mit dessen spezifischen Werten, gesellschaftlich-historische Prägungen, gemeinsames Milieu etc.

TA