ICH-Zustände

Die drei ICH-Zustände im Struktur-Modell der Transaktionsanalyse sind (von oben nach unten) das Eltern-ICH, das Erwachsenen-ICH und das Kind-ICH.

Eines der Hauptziele der Transaktionsanalyse liegt im Wahrnehmen und Erkennen der ICH-Zustände bei sich selbst und beim Anderen. 

Aber Achtung: Es gibt keinen guten oder schlechten Ich-Zustand. Jeder Ich-Zustand beinhaltet Erfahrungen, die für das Leben wichtige Funktionen erfüllen. Wichtig zu wissen: Die Transaktionsanalyse beschreibt, sie bewertet nicht. Das Modell der Ich-Zustände ist eine Vereinfachung der Wirklichkeit, aber eine gut verständliche. Menschen brauchen und gebrauchen ständig alle drei Ich-Zustände, um sich in der Welt zu orientieren.

Es kann jedoch vorkommen, dass ein Ich-Zustand in unserem Denken, Fühlen und Handeln die Oberhand gewinnt. Dann kann es sein, dass das Erwachsenen-Ich z.B. durch das Kind-Ich oder durch ein dominantes Eltern-Ich in der Wahrnehmung des Hier und Jetzt eingeschränkt ist. Das ist an sich noch nichts Schlimmes, sofern sich dieser Zustand nur hin und wieder ergibt und dann wieder vergeht. „Schwierig“ wird es dann, wenn sich ein Mensch dauerhaft in einem Ich-Zustand befindet und es dadurch zur „Trübung“ des Erwachsenen-Ich oder zur Unterdrückung eines anderen Ich-Zustands kommt. Dann wird die Kommunikation mit Anderen oft als sehr schwierig empfunden.

Das Eltern-Ich steuert primär die Wahrnehmung von individuellen Werten und Normen.

Das Erwachsenen-Ich ist der Teil, der uns eine angemessene, rationale Auseinandersetzung mit der Umwelt, also dem Hier und Jetzt, ermöglicht. Das Erwachsenen-Ich ermöglicht ein soziales Überleben, das immer auch von Kompromissen zwischen dem Eltern-Ich und dem Kind-Ich geprägt ist. Dieser ICH-Zustand ist auch der, welcher für die Lösung von Problemen in schwierigen Situationen zuständig ist.

Das Kind-Ich hat unser Gefühlsleben zum Hauptthema. Es sucht positiv erlebte Situationen und Zustände auf, will Spaß und Freude. Es zeigt sich trotzig und wütend, wenn die Wünsche und Erwartungen nicht erfüllt werden. Allerdings, ohne ein starkes Kind-Ich wären wir ziemlich langweilig für unsere Umwelt.

Alle Ich-Zustände sind ständig aktiv und können nicht isoliert betrachtet werden. Jeder Ich-Zustand hat seine Vor- und Nachteile und seine besondere Funktion. Somit ist jeder Ich-Zustand wichtig. Es besteht aber ein gewisses Risiko, mit anderen in Konflikt zu geraten, wenn wir sehr häufig in einem (Lieblings-)Ich-Zustand agieren.

Eine gesunde Persönlichkeit ist deshalb dadurch gekennzeichnet, dass sie alle 3 Ich-Zustände zur Verfügung hat, je nach Situation frei entscheiden kann, welche gerade angemessen sind, und entsprechend auch spontan zwischen ihnen wechseln kann. Diese Persönlichkeit hat dann Zugang zum Kind-Ich mit seinen Bedürfnissen, seiner Intuition und Kreativität und ursprünglichen Lebensfreude. Sie hat auch Zugang zum Eltern-Ich und kann bewusst entscheiden, was sie an Werten und Normen übernehmen und / oder was sie verändern oder zumindest kontrollieren will. Sie hat auch den vollen Zugang zum Erwachsenen-Ich, kann dadurch reflektieren und entscheiden, stellt sich den Realitäten und übernimmt Verantwortung für das eigene Denken, Fühlen und Handeln. Kurz gesagt: Das Erwachsenen-Ich kann entscheiden zwischen Sollen und Wollen, Dürfen, Müssen und Können.

TA