Symbiose

Eine so genannte „unverantwortliche“ Haltung wird von jemandem eingenommen, der die Befriedigung seiner Bedürfnisse und die Lösung seiner Probleme einem anderen oder einem ungewissen Schicksal überlässt, auch wenn ihm dies nicht bewusst ist.

Eine „überverantwortliche“ Haltung wird von jemandem eingenommen, der danach strebt, anderen die Verantwortung für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse und die Lösung ihrer Probleme abzunehmen, auch wenn diese durchaus fähig wären, für sich selbst zu sorgen. Diese Haltung braucht dem Betreffenden nicht bewusst zu sein.

Eine Symbiose besteht somit dann, wenn zwei Menschen, mit im oben beschriebenen Sinn gegensätzlicher Haltung, in eine Beziehung / Transaktion verstrickt sind, sei es am Arbeitsplatz als Mitarbeiter, sei es als Freunde oder sei es als Lebenspartner. Der „unverantwortliche“ Partner pflegt sich im entsprechenden Bereich, manchmal aber auch im Leben ganz allgemein, dem Bezugsrahmen des „überverantwortlichen“ Partners zu unterwerfen. Man könnte die Symbiose auch als ein Verhältnis umschrieben, bei dem 2 oder mehr Individuen sich so verhalten, wie wenn sie zusammen 1 ganze Person wären, wobei keine der beteiligten Personen alle seine Ich-Zustände aktiviert.

Derjenige, der die Verantwortung für den oder die anderen übernimmt, aktiviert innerhalb dieser Beziehung nur sein Eltern-ICH und sein Erwachsenen-ICH und schließt sein Kind-ICH aus; diejenigen, die sich betreuen lassen, werden in einer solchen Beziehung nur ihr Kind-ICH aktivieren und die beiden anderen ICH-Zustände ausblenden. Zusammen aktivierten sie also innerhalb ihrer Beziehung, wie sonst eine Person allein, nur 3 Ich-Zustände.